Auteur/autrice : Florian Luthi

  • Pour un ordre mondial fondé sur la dignité et les droits humains

    Pour un ordre mondial fondé sur la dignité et les droits humains

    Lors de l’ouverture de la session du Conseil des droits de l’homme des Nations unies, le secrétaire général de l’ONU, António Guterres, a tenu des propos clairs : « Partout dans le monde, les droits humains font l’objet d’une attaque frontale. Cette attaque ne vient ni de l’ombre ni par surprise. Non, la lutte est menée au vu et au su de tous, et ce par ceux qui sont au pouvoir. ». Les nations Unies ont joué un rôle historique dans la promotion des droits

    Le Haut-Commissaire des Nations unies aux droits de l’homme, Volker Türk, et la présidente de l’Assemblée générale des Nations unies, Annalena Baerbock, ont tous deux tiré la même conclusion accablante dans leurs discours. Sans les nommer, ils ont déclaré que certains dirigeants se considéraient au-dessus des lois, remettant ainsi en question des principes fondamentaux qui semblaient longtemps acquis.

    Quotidiennement, les droits humains, même les plus fondamentaux, sont mis à mal, notamment par des atteintes envers la liberté d’expression et d’opinion, de nouvelles formes d’esclavage et de travail forcé, ou des traitements cruels et inhumains.

    Que faire face à cette évolution inquiétante ? Volker Türk souhaite mettre en place une alliance mondiale d’acteurs étatiques et de la société civile qui s’opposent à cette évolution et défendent les droits humains.

    Quel peut-être le rôle spécifique des Eglises dans cette situation ? De nombreuses Églises chrétiennes, mais aussi d’autres religions et croyant.e.s du monde entier s’engagent en faveur des droits humains et civils, ainsi que pour une vie digne pour tous et toutes. Cet engagement se traduit par des prises de position publiques ainsi que par des aides concrètes (juridiques, sociales, économiques) aux personnes vulnérables. Les aspects éducatifs ne sont pas à négliger, nombre d’organismes religieux proposent des services éducatifs visant à favoriser l’inclusion des plus précaires, par la formation professionnelle ou visant l’exercice de la citoyenneté. Eléments qui contribuent à une implémentation concrète des droits, à l’empowerment des personnes et des collectivités. En effet, au cœur du message Evangélique, cette exigence à venir en aide aux personnes dans le besoin, car chaque être humain est pensé à l’image de Dieu. Quelle que soit son origine, son milieu social il est pensé comme porteur d’une dignité inaliénable.

    En 1963, dans l’encyclique « Pacem in Terris » , Jean XXIII, s’engageait déjà au nom de l’Église catholique, en faveur des droits humains et d’un ordre mondial multilatéral fondé sur le droit, tel que promu par l’ONU. Le Concile Vatican II et les papes suivants ont confirmé cette voie, tout comme Léon XIV dans son Discours aux corps diplomatique accrédité auprès du Saint-Siège du 9 janvier 2026 :

    « (…) les Nations Unies ont joué un rôle médiateur dans les conflits, encouragé le développement et aidé les États à protéger les droits humains et les libertés fondamentales. Dans un monde confronté à des défis complexes tels que les tensions géopolitiques, les inégalités et les crises climatiques, l’organisation devrait jouer un rôle fondamental pour favoriser le dialogue et l’aide humanitaire, contribuant ainsi à construire un avenir plus juste. »

    Or la Suisse, en matière de protection des individus et de libertés fondamentales a encore des progrès à faire, par exemple rappelons qu’elle n’a pas signé la Convention internationale sur la protection des droits des travailleurs migrants et membres de leurs familles (1990). Convention qui vise précisément à les protéger de l’exploitation et des violations des droits de l’homme.

    L’Institut suisse des droits humains (ISDH, https://www.isdh.ch/fr, https://www.isdh.ch/de ), situé à Fribourg, s’engage depuis 2023 sur le plan national pour la protection et la promotion des droits fondamentaux. Indépendant des pouvoirs publics, il contribue notamment à des rapports sur la situation et l’évolution des droits humains en Suisse. Toute personne ou institution travaillant dans ce domaine peut demander à en devenir membre.

    FL / FQ 26.2.2026

  • Für eine gerechte Weltordnung im Zeichen der Menschenrechte

    Für eine gerechte Weltordnung im Zeichen der Menschenrechte

    Zur Eröffnung der Sitzung des UN-Menschenrechtsrats fand UN-GeneralsekretärAntónio Guterres klare Worte: „Rund um die Welt erleben die Menschenrechte einen Frontalangriff. Diese Attacke kommt weder aus dem Dunkeln noch überraschend. Nein, der Kampf wird vor aller Augen geführt, und zwar von jenen, die an der Macht sind.“

    Sowohl der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, wie auch die Präsidentin der UNO-Generalversammlung Annalena Baerbock zogen bei ihren Reden das gleiche vernichtende Fazit. Gewisse Machthaber, ohne sie beim Namen zu nennen, wähnten sich über dem Gesetz, dadurch seien lange selbstverständliche Grundprinzipien infrage gestellt.

    Täglich werden die Menschenrechte, selbst die grundlegendsten, verletzt. Insbesondere geschehen Angriffe auf die Meinungs- und Ausdrucksfreiheit, neue Formen der Sklaverei und Zwangsarbeit oder grausame und unmenschliche Übergriffe.

    Was tun in Anbetracht dieser besorgniserregenden Entwicklung? Volker Türk will eine globale Allianz von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren aufstellen, die sich dieser Entwicklung entgegenstellen und für die Menschenrechte einstehen.

    Was kann in dieser Situation die spezifische Rolle der Kirchen sein? Zahlreiche christliche Kirchen, aber auch andere Religionen und Gläubige weltweit setzen sich für die Menschen- und Bürgerrechte sowie für ein würdevolles Leben für alle ein. Dieses Engagement zeigt sich sowohl in öffentlichen Stellungnahmen als auch in konkreter Unterstützung (juristisch, sozial, wirtschaftlich) für vulnerable Menschen. Auch die Bildungsaspekte sind nicht zu vernachlässigen: Viele religiöse Organisationen bieten Bildungsangebote an, die darauf abzielen, die Inklusion der sozial Schwächsten zu fördern, sei es durch berufliche Ausbildung oder durch Programme zu Bürgerrechten. Dieses Engagement trägt zum Empowerment von Menschen und Gemeinschaften bei. In der Verkündigung und im Handeln von Jesus-Christ war es zentral:  Menschen in Not beizustehen, da jeder Mensch Ebenbild Gottes ist. Unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund gilt jeder Mensch als Träger einer unveräusserlichen Würde.

    Bereits 1963 setzte sich Johannes XXIII. in der Enzyklika Pacem in Terris im Namen der katholischen Kirche für die Menschenrechte und für eine multilaterale, auf dem Recht beruhende Weltordnung ein, wie sie von der UNO gefördert wird. Das Zweite Vatikanische Konzil und die nachfolgenden Päpste haben diesen Weg bestätigt, ebenso wie Leo XIV. in seiner Ansprache an das beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomatische Korps vom 9. Januar 2026:

    „In diesem Sinne [zum Schutz der Menschenwürde] haben die Vereinten Nationen Konflikte geschlichtet, die Entwicklung gefördert und Staaten beim Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten unterstützt. In einer Welt, die von komplexen Herausforderungen wie geopolitischen Spannungen, Ungleichheiten und Klimakrisen geprägt ist, sollte die Organisation eine zentrale Rolle bei der Förderung des Dialogs und der humanitären Hilfe spielen und so zum Aufbau einer gerechteren Zukunft beitragen.“

    Auch die Schweiz hat im Bereich des Schutzes von Einzelpersonen und der grundlegenden Freiheiten noch Fortschritte zu machen. So sei etwa daran erinnert, dass sie das Internationale Übereinkommen zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen (1990) nicht unterzeichnet hat, ein Übereinkommen, das genau darauf abzielt, sie vor Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen zu schützen.

    In der Schweiz engagiert sich die Schweizerische Menschenrechtsinstitution (SMRI) für den Schutz und die Förderung der Grundrechte. Die SMRI hat den Auftrag, die Interessen aller Bevölkerungsgruppen zu vertreten und sich für deren Rechte einzusetzen. Sie kooperiert mit Behörden auf allen staatlichen Ebenen, der Wissenschaft, der Zivilgesellschaft, insbesondere Menschenrechtsorganisationen, und der Wirtschaft. Sie informiert die Öffentlichkeit, Staat, Politik und Wirtschaft über die Menschenrechte. Sie analysiert deren Umsetzung in der Schweiz, weist auf Lücken hin, zeigt Korrektive auf, stösst den Dialog an und bringt sich in den politischen Diskurs ein. Vox Ethica unterstützt die Arbeit dieser Institution ausdrücklich.

    FL / FQ 26.2.2026

  • „Für ein Europa ohne organisierte Kriminalität“

    „Für ein Europa ohne organisierte Kriminalität“

    Justitia und Pax Europa – Jahrestreffen der Kommissionssekretäre in Turin, 13.–15. Februar 2026

    Die Schweizer Delegation der Kommission Justitia et Pax nahm am Treffen der europäischen Kommissionssekretäre in Turin teil. Ziel des Treffens war die Ausarbeitung des Aktionsplans von Justitia et Pax Europa für die nächsten vier Jahre, die Planung künftiger gemeinsamer Aktionen sowie die Vorbereitung der Generalversammlung vom 21. bis 26. September 2026 in Glasgow. Das Treffen fand im symbolträchtigen Friedensarsenal (Sermig, https://fr.sermig.org/) statt, einer ehemaligen Waffenfabrik, die in ein soziokulturelles Bildungszentrum umgewandelt wurde.

    Das Thema der konzertierten Aktion 2026 befasst sich mit organisierter Kriminalität und Möglichkeiten zur Bekämpfung dieses wachsenden Phänomens. Am Aschermittwoch, dem 18. Februar, wurde die gemeinsame Initiative „Europa und organisierte Kriminalität: Gemeinsam die Herausforderung meistern“ ins Leben gerufen. Die verschiedenen Verantwortungsebenen im Kampf gegen das organisierte Verbrechen und die begünstigenden Kontexte wurden hervorgehoben. Der Nährboden für organisiertes Verbrechen liegt insbesondere in seinen vielfältigen Verflechtungen und seiner Verstrickung mit der legalen Wirtschaft. Der Verein Libera (https://www.libera.it/) wurde von seinem Gründer Pater Luigi Ciotti, vorgestellt. Es handelt sich um ein Netzwerk von über 1.000 italienischen Vereinen, die sich im Kampf gegen Mafiaorganisationen engagieren.

    Rosanna Tabasso stellte das Friedensarsenal und die Aktivitäten von Sermig (Jugendmissionsdienst) vor. Der Verein trägt durch den Aufbau von Solidaritätsnetzwerken und Schulungsprogrammen für junge Menschen und Menschen in prekären Lebenslagen zu einer aktiven Friedenserziehung bei. Die Aktivitäten der Organisation umfassen staatsbürgerliche Bildung, Menschenrechtsbildung, Stärkung des sozialen Zusammenhalts und Förderung sozialer Gerechtigkeit. Der Verein solidarisiert sich in Aktionen mit den Opfern des organisierten Verbrechens und engagiert sich in der sozialen Umnutzung von der Mafia beschlagnahmten Immobilien und landwirtschaftlichen Flächen.

    Erzbischof Luigi Renna stellte anschliessend „Educare a una pace disarmata e disarmante“ (Erziehung für einen entwaffneten und entwaffnenden Frieden) vor. Dieses Dokument, das 2025 von der Italienischen Bischofskonferenz verfasst wurde, ist Teil einer Reihe von Publikationen zur Vermittlung christlicher Werte und bietet Wege für eine aktive Friedenserziehung und deren Umsetzung im Alltag. Der Leiter des Laudato-si’-Programms präsentierte die Online-Kurse zum Laudato-si’-Trainer (https://laudatosianimators.org/), die am 15. April 2026 beginnen. Diese Fernlehrgänge stehen allen Interessierten offen und sind auf Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar.

    Die Teilnehmenden diskutierten die Themen: Bildung als Schlüssel zu Frieden und Gerechtigkeit sowie Möglichkeiten zur Förderung aktiven Bürgerengagements, insbesondere unter jungen Menschen. Ebenfalls auf dem Programm war ein Besuch des Museums Casa Don Bosco, organisiert von der Seelsorge für Arbeit und Gesellschaft des Bistums Turin. In der Turiner Kathedrale nahmen die Teilnehmer an einer Messe teil, die von Kardinal Roberto Repole zelebriert wurde. Danach besuchten die Teilnehmer das Grab von Pier Giorgio Frassati, der kürzlich von Papst Leo XIV heiliggesprochen wurde.

    Zum Schluss dankten der Generalsekretär von Justitia et Pax Europa, Marek Misak, und die Ko-Präsidenten, Erzbischof Antoine Hérouard und Maria Hammershoy, der italienischen Kommission für ihre Gastfreundschaft und die Organisation dieser Tagung.

    Weiterführende Informationen:

    -Apostolische Note der Italienischen Bischofskonferenz, „Educare a una pace disarmata e disarmante“, Apostolische Note der Italienischen Bischofskonferenz, 2025, (I) https://www.chiesacattolica.it/wp-content/uploads/sites/31/2025/12/05/NotaPastorale_EducarePace.pdf

    -Website von „Justice and Peace Europe http://www.juspax-eu.org/de/

    -„Justitia und Pax Schweiz“: https://www.juspax.ch/

    Text: FQ. Übersetzung: FL

  • « Pour une Europe libérée du crime organisé » Justice et paix Europe-Turin 13-15.02.26

    « Pour une Europe libérée du crime organisé » Justice et paix Europe-Turin 13-15.02.26

    Rencontre annuelle des Secrétaires des Commissions Justice et Paix à l’Arsenal de la Paix

    La délégation suisse de la Commission Justice et paix a participé à la rencontre des Commissions européennes qui se déroulait à Turin. La rencontre avait pour objectif de préparer l’élaboration du plan d’action de Justice et paix Europe des 4 prochaines années, ainsi que de penser les futures actions conjointes et préparer l’Assemblée générale qui se tiendra à Glasgow du 18 au 21 septembre 2026. La rencontre a eu lieu sur le site hautement symbolique de l’Arsenal de la paix (Sermig, https://fr.sermig.org/ ), ancienne usine d’armement transformée en centre socio-culturel et éducatif.

    Le thème d’ouverture, qui est aussi celui de l’Action concertée de 2026 portait sur le crime organisé et les moyens de lutter contre ce phénomène croissant. Le mercredi des Cendres 18 février a été lancée l’action commune intitulée « L’Europe et le crime organisé : relever le défi ensemble ». Ont été mis en avant les différents niveaux de responsabilités en matière de lutte contre le crime organisé et les contextes qui le favorisent. En effet le terreau du crime organisé réside notamment dans ses ramifications multiples et son intrication avec l’économie légale. L’Arsenal de la Paix et les activités du Sermig (Service missionnaire des jeunes) ont été présentés par Rosanna Tabasso. Ils contribuent à une éducation à la paix active par la mise en place de réseaux solidaires et des programmes de formation destinés aux jeunes et aux personnes dans la précarité.

    L’association Libera (https://www.libera.it/), présentée par son fondateur le Père Luigi Ciotta, regroupe un réseau de plus de 1000 associations italiennes qui luttent contre les organisations mafieuses. Elles proposent notamment des activités d’éducation à la citoyenneté, aux droits humains, de renforcement du tissu social et cherchent à favoriser la justice sociale. L’association s’investit également dans les actions de solidarité pour les victimes du crime organisé et la revalorisation sociale des biens et terres agricoles confisquées à la mafia.

    L’archevêque Luigi Renna a présenté ensuite « Educare a una pace disarmata e disarmante ». Ce document rédigé en 2025 par la Conférence des évêques italiens s’inscrit dans une série de travaux sur l’éducation aux valeurs sociales chrétiennes et propose des pistes pour une éducation active à la paix et à sa mise en œuvre au quotidien.

    Puis les avancées du programme Laudato si’ ont été présentées ainsi que les cours en ligne à destination des formateurs Laudato si’ (https://laudatosianimators.org/) qui débutent le 15 avril 2026. Ces formations à distance sont ouvertes à toute personne intéressée et accessibles notamment en français, italien et anglais. Les participant.e.s ont discuté de l’éducation comme clé de la paix, de la justice et des moyens de favoriser une citoyenneté active, en particulier chez les jeunes.

    Le programme comprenait également une visite du musée de la Casa Don Bosco organisée par la pastorale du travail et de la société du diocèse de Turin. Une messe a été célébrée dans la cathédrale de Turin par le cardinal Roberto Repole. Les participant.e.s se sont ensuite rendus sur la tombe de Pier Giorgio Frassati, récemment canonisé par le pape Léon XIV.

    Le secrétaire général de Justice et paix Europe, Marek Misak et les coprésidents Mgr. Antoine Hérouard et Maria Hammershoy ont en conclusion remercié la commission italienne pour son accueil et l’organisation de cette session.

    Références:

    Conférence des évêques italiens, Educare a una pace disarmata e disarmante, Note apostolique, 2025, (I)

    https://www.chiesacattolica.it/wp-content/uploads/sites/31/2025/12/05/NotaPastorale_EducarePace.pdf

    Site Justice et paix Europe : http://www.juspax-eu.org/fr/ et http://www.juspax-eu.org/de/

    Justice et paix Suisse : https://www.juspax.ch/

  • Ethik und Religion im öffentlichen Raum – eine störende Stimme?

    Ethik und Religion im öffentlichen Raum – eine störende Stimme?

    Aus christlicher Sicht kann man bei der Abwägung seiner Entscheidungen die vorhersehbaren Folgen nicht ausser Acht lassen – nicht nur für sich selbst oder seine Angehörigen, sondern auch hinsichtlich der Auswirkungen auf die Gemeinschaft. An diesem Punkt werden unsere Entscheidungen zu echten ethischen Entscheidungen (und nicht nur zu einer blossen Interessenabwägung).

    Man kann sich fragen, welche Werte oder Prinzipien uns zu einer Entscheidung veranlassen. Basieren sie auf religiösen, sozialen, ethischen oder philosophischen Werten? Oder werden wir von Emotionen beeinflusst: Ist es Angst? Ist es Vertrauen? Die Hoffnung auf eine gerechtere Gesellschaft?

    Man kann sich auch fragen, woher diese Emotionen kommen, die dieses oder jenes Thema hervorrufen (Medien, Erfahrungen, Biografie, sozialer Kontext, Bildung …) und warum wir angesichts desselben Themas so unterschiedliche Emotionen empfinden. Dies führt dazu, dass man beim Abstimmen den Stellenwert der Demokratie selbst hinterfragt: Geht es nur darum, unsere Interessen zu verteidigen, oder streben wir etwas anderes an? Welche Art von sozialen Beziehungen und Gesellschaft wünschen wir uns?

    Was bedeutet es, sich von niemandem beeinflussen zu lassen? Es ist eine Art zu denken, dass man von anderen – wer auch immer sie sind – nichts zu lernen hat. Es ist paradox, dass wir uns in einer Zeit, in der Informationen noch nie so verbreitet und leicht zugänglich waren, in Sphären einheitlicher Bedeutungen einschliessen und versuchen, alles, was sich von unserer Meinung unterscheidet, nicht mehr zu sehen. Häufig reagieren wir abwertend, wenn wir mit anderen Sichtweisen konfrontiert werden (wie die unzähligen heftigen Kommentare in den sozialen Netzwerken deutlich zeigen).

    Uns scheint häufig kein Argument der anderen nützlich. Die Kritik an den Kirchen, wenn sie Standpunkte vertreten oder sich an der politischen Debatte beteiligen, ist oft heftig: Sie würden versuchen, uns zu einer bestimmten Wahlentscheidung zu bewegen und damit die Freiheit der Gläubigen einschränken. Diese Debatte findet auch in der Schweiz statt, fast jedes Mal, wenn Kirchen oder Gläubige öffentlich einen oder mehrere Standpunkte vertreten.

    In Zeiten von Influencern, viralem Marketing, sozialen Netzwerken und künstlicher Intelligenz, in denen Einflüsse oft undurchsichtig sind und die Aufmerksamkeitsspanne kurz ist, stört die Stimme der Kirchen. Sie ist oft unangenehm zu hören, weil sie nicht auf der Befriedigung individueller Interessen basiert, keine finanziellen Ziele verfolgt und nicht darauf aus ist, Follower oder Klicks zu generieren. Sie begnügt sich selten mit Unterhaltung oder dem Status quo und schmeichelt nicht dem Ego von Konsumentinnen oder Parteianhängern.

    Wer hat nicht schon einmal nach dem Gottesdienst den Satz gehört: „Ich will mir nicht vorschreiben lassen, wie ich abstimmen soll, niemand darf über meine politischen Entscheidungen bestimmen!“ Man kann darauf antworten, dass es gerade zu dieser Freiheit gehört, über die vielfältigen Standpunkte, Argumente und möglichen Positionen informiert zu sein. Die Freiheit, sich eine Meinung zu bilden und damit seine Bürgerrechte auszuüben, beruht auf dem Zugang zu vielfältigen Informationen. Die Erklärung der Menschenrechte erinnert an diese Notwendigkeit des Informationszugangs, der in allen totalitären Regimes infrage gestellt wird. Viele Völker auf der ganzen Welt kämpfen für den Zugang zu diversifizierten Informationen, um die Möglichkeit zu haben, sich frei zu äussern.

    Die Stimme der Kirchen und Gläubigen zu zensieren würde bedeuten, der öffentlichen Debatte eine wichtige Sichtweise vorzuenthalten, die oft gegen den herrschenden Diskurs Position bezieht und daher besonders wertvoll ist. Die Stimme der Evangelien, die von den Kirchen und Christen getragen wird, erinnert gerade daran, dass wir den Schwächsten und Bedürftigsten in unserer Gesellschaft Aufmerksamkeit schenken müssen. Diese Stimmen zum Schweigen zu bringen, bedeutet in gewisser Weise auch, diejenigen, die unsere Gesellschaft bereits marginalisiert, noch unsichtbarer zu machen.

    Sich den Ideen anderer zu öffnen und ihre Realitäten zu entdecken, verändert unsere Sichtweisen. Vielleicht ist es genau das, was uns Angst macht: mit anderen Meinungen, Informationen und Kontexten konfrontiert zu werden, die unsere Gewissheiten ins Wanken bringen könnten. Schuldgefühle sind nicht weit… Wir geraten so in eine unangenehme Situation des Zweifels.

    Zweifel und Hinterfragen sind jedoch untrennbar mit dem ethischen Denken verbunden. Angesichts fanatischer Diskurse ist es das Herzstück ethischer Überlegungen, unsere tatsächlichen Absichten zu hinterfragen: das, was wir für wahr halten, die Richtigkeit unserer Prinzipien und ihre Anwendung auf Situationen sowie die tatsächlichen Folgen unserer Entscheidungen. Zweifel, Nuancen, Fragen – all das versuchen totalitäre Sprachen und Fake News glätten.

    So analysierte bereits der Linguist Viktor Klemperer in seiner Untersuchung der Sprache des Dritten Reiches: Von Anfang der 1930er Jahre bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs notierte Klemperer täglich die Veränderungen der deutschen Sprache, die durch den totalitären Diskurs auferlegt wurden. Er beobachtete das Verschwinden von Nuancen, Bedingungsformen, hypothetischen und fragenden Formen zugunsten einer vereinfachten, beschwörenden und meist gewalttätigen Sprache.

    Welche Rolle würden die Kirchen und Gläubigen spielen, wenn sie mundtot gemacht wären und sich nicht mehr für aktuelle Fragen interessierten? Wenn sie nicht mehr versuchen würden, gemeinsam mit anderen über Entscheidungen nachzudenken, die unsere Gesellschaften beeinflussen? Würden sie sich von allem abwenden, was die heutige Welt ausmacht, nicht mehr Zeugnis ablegen von dem, was sie täglich sehen und erleben, und zu keinem Zeitpunkt an die Beiträge der frohen Botschaft erinnern? Würden sie dann noch ihre Rolle spielen? Läuft die Religion dann nicht Gefahr, zu Opium zu werden, das unsere Herzen betäubt?

    FQ

    Übersetzung: FL

  • Ethique et religion dans l’espace public, des voix dérangeantes ?

    Ethique et religion dans l’espace public, des voix dérangeantes ?

    D’un point de vue chrétien, lorsqu’on réfléchit à ses choix, on ne peut faire abstraction des conséquences prévisibles de ses choix, non seulement pour soi-même ou ses proches, mais également pour l’impact sociétal de ces choix. C’est là que nos choix deviennent proprement éthiques (et pas seulement un calcul d’intérêts).

    On peut s’interroger sur les valeurs ou principes qui nous font prendre une décision (se base-t- on sur des valeurs religieuses ou d’éthique sociale, philosophiques ou est-on uniquement influencé.e par des émotions : est-ce la peur ? la confiance ? L’espérance dans une société plus juste ? On peut aussi se demander d’où viennent ces émotions que génère telle ou telle thématique ? (médias, expériences, histoire personnelle, contexte social, éducation..) et pourquoi l’on vit des émotions si différentes face au même thème ?  Ceci amène à s’interroger sur la valeur même d’une démocratie, lorsque l’on vote. Est-ce uniquement pour défendre nos intérêts, ou vise-t-on autre chose ? Le type de rapports sociaux et de société que l’on souhaite voir éclore ?

    Que signifie la réaction de ne vouloir « être influencé par personne », que l’on oppose si souvent aux discours religieux?  C’est d’une façon considérer que l’on n’a rien à apprendre des autres quels qu’ils soient. Et c’est un paradoxe, qu’à l’heure où l’information n’a jamais été autant diffusée et facile d’accès, on s’enferme dans des sphères de sens uniforme et l’on cherche à ne plus voir ce qui diffère de nous, ou à réagir de manière violente et dénigrante lorsqu’on est confronté à des visions différentes de la sienne (comme les innombrables commentaires virulents des réseaux sociaux le montrent bien).

    Mais aussi qu’aucun argument provenant d’autrui ne peut nous sembler utile. La critique envers les Eglises, lorsqu’elles expriment des points de vue ou participent au débat politique est souvent virulente, elles tenteraient de nous faire voter d’une certaine façon et ainsi de brimer la liberté des croyants. Ce débat a aussi lieu en Suisse, presque à chaque fois que les Eglises ou les croyants expriment publiquement un ou des points de vues.

    A l’heure des influenceurs, du marketing viral, des réseaux sociaux et intelligences artificielles, où les influences sont bien souvent opaques et où le temps d’attention se monnaie chèrement, la voix des Eglises dérange, elle n’est souvent pas agréable à entendre, car elle ne se base pas uniquement sur la satisfaction des intérêts individuels, ne poursuit pas d’objectif financier, ne recherche pas nécessairement à accumuler les followers ou les clics. Elle se contente rarement du divertissement ou du statu quo, ne flatte pas l’ego consommateur ou partisan.

    Qui n’a pas entendu, à la sortie de la messe ou du culte ce « Je ne veux pas que l’on me dise ce que je dois voter, personne ne doit décider de mes choix politiques ! ». On peut répondre qu’être informé des multiples points de vues, arguments et positions possibles, fait justement partie de cette liberté. Que la liberté de se former une opinion, et donc d’exercer sa citoyenneté se base sur l’accès à une information plurielle et diversifiée. La Déclaration des droits de l’homme rappelle cette nécessité de l’accès à l’information, remise en cause dans tous les régimes totalitaires. De nombreux peuples dans le monde se battent pour avoir accès une information plurielle et diversifiée, pour avoir la possibilité de s’exprimer. Censurer la voix des Eglises et des croyants serait priver le débat public d’une vision importante, car souvent à contre-courant des discours dominants, et donc particulièrement précieuse. Or la voix des Evangiles que portent  les Eglises et les chrétiens rappelle justement l’attention que l’on doit avoir envers les plus faibles et les plus démunis dans nos sociétés. Faire taire ces voix, c’est aussi d’une certaine manière rendre encore plus invisibles ceux que notre société marginalise déjà.

    S’ouvrir aux idées des autres, découvrir leurs réalités, change nos points de vue. Et c’est peut-être là ce qui fait peur : être confrontés à d’autres situations, informations, contextes, tout cela risque d’ébranler nos certitudes. La culpabilité n’est pas loin..Nous mettant ainsi dans une inconfortable situation de doute.

    Or le doute et le questionnement sont inhérents à une pensée éthique. Face aux certitudes des discours fanatiques, il est au cœur des raisonnements éthiques, de s’interroger, sur nos intentions réelles, sur ce que l’on tient pour vrai, sur la justesse de nos principes, de leur application à telle ou telle situation, sur les conséquences réelles de nos choix.. sur ce qui importe réellement pour nous dans ces derniers.. Le doute, la nuance, l’interrogation, tout ce que les langages totalitaires et ceux des actuels fake news tentent d’éradiquer, comme le linguiste Viktor Klemperer l’avait finement décrit dans son analyse de la langue du IIIème Reich (du début des années 1930 à la fin de la seconde guerre mondiale Klemperer a noté quotidiennement les transformations de la langue allemande imposée par le discours totalitaire : disparition des nuances, des conditionnels, des formes hypothétiques et interrogatives au profit d’une langue simplifiée, incantatoire et le plus souvent violente).

    Quel serait le rôle des Eglises et des croyants, si muselés, ils ne s’intéressaient plus aux questions actuelles, ne cherchaient plus à réfléchir aussi, parmi d’autres et avec d’autres, aux choix qui impactent nos sociétés ? Se détourneraient de tout ce qui fait le monde d’aujourd’hui, ne témoigneraient plus de ce qu’ils voient et vivent au quotidien, ne rappelleraient à aucun moment les apports du message évangélique ? Joueraient-ils encore leur rôle ? La religion ainsi vue ne risquerait-elle pas de devenir cet opium anesthésiant nos coeurs ?

    F.Q. 12.02.26

  • 3 neue Mitglieder in der Schweizerischen Nationalkommission Justitia et Pax

    3 neue Mitglieder in der Schweizerischen Nationalkommission Justitia et Pax

    Die Päpstliche Kommission Justitia et Pax wurde 1967 von Papst Paul VI. im Kontext des Zweiten Vatikanischen Konzils gegründet. In seiner Ansprache an die Mitglieder und Berater von Justitia et Pax verwies Paul VI. auf die Enzyklika Populum Progressio, die alle Menschen guten Willens dazu aufforderte, sich bewusst zu machen, dass sie alle Brüder sind. Als Kinder des „lebendigen Gottes, des Vaters aller Menschen” (§ 21) sind alle Menschen dazu aufgerufen, gemeinsam zu wachsen (§ 17), die ganzheitliche Entwicklung des Menschen und eine solidarische Entwicklung der Menschheit zu fördern. Dies erfordert gemeinsame Anstrengungen, um Ungerechtigkeit zu bekämpfen und damit den Frieden zu bewahren. In vielen Ländern wurden daraufhin Justitia et Pax Kommissionen gegründet. Sie haben zum Ziel, den Frieden zu fördern, insbesondere durch die Unterstützung von Abrüstungspolitik, die Förderung einer Kultur des Friedens und der Achtung der Menschenrechte. Sie tragen zur Meinungsbildung in der Öffentlichkeit und in katholischen Kreisen bei.

    Die Schweizerische Kommission Justitia et Pax wurde 1969 als Beratungsgremium der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) gegründet. Seitdem hat sie sich mit zahlreichen Themen befasst: Entwicklung, Ökologie, Migration, Justiz, Wirtschaft, Zivildienst, Asylpolitik, Abrüstung, etc.. Sie hat auch regelmässig mit den protestantischen Kirchen zusammengearbeitet.  Die der Dienststelle „Vox Ethica” angegliederte Schweizerische Kommission Justitia et Pax wurde im Dezember 2025 von der SBK wiedergewählt. Ihr Präsident, Thomas Wallimann-Sasaski (Direktor von ethik22), ist Theologe und Spezialist für christliche Sozialethik. Weitere Mitglieder der Kommission sind:

    • Tobias Karcher SJ (Lassalle-Institut)
    • Robert Unteregger (Philosoph, Professor an der PH Bern)
    • Mgr. Josef Stübi (Weihbischof des Bistums Basel, Vertreter der SBK)

    Und drei neue Mitglieder:

    • Matteo Frey (Forscher am Institut für Sozialethik der Universität Luzern)
    • Ada Marra (ehemalige Nationalrätin, Seelsorgerin im Gesundheitsbereich, in Ausbildung)
    • Jean-Noël Maillard (Direktor von Caritas Jura)

    Wissenschaftliche Sekretärin ist Florence Quinche, Leiterin von Vox Ethica. Die Schweizer Kommission ist Teil des Netzwerks der Justitia et Pax Kommissionen Europas, dem 32 weitere nationale Kommissionen angehören, die jeweils von ihren Bischofskonferenzen ernannt und beauftragt werden. In ihren jüngsten Stellungnahmen hat sich Justitia et Pax Schweiz insbesondere gegen die Ausweitung des Waffenexports durch Schweizer Unternehmen ausgesprochen.

    Die jüngsten Stellungnahmen von Justice and Peace Europe befassen sich mit folgenden Themen: Justice, Peace and Human Dignity for Greenland 20.01.26. Justice and Peace for Venezuela and its people, 6.01.26.

  • 3 nouveaux membres dans la Commission Justice et paix suisse

    3 nouveaux membres dans la Commission Justice et paix suisse

    La Commission pontificale Justice et paix a été créée en 1967 par le Pape Paul VI, dans le contexte du Concile Vatican 2. Dans son Discours aux membres et consulteurs de Justice et paix, Paul VI, en référence à l’Encyclique Populum Progressio, qui  incitait : « tous les hommes de bonne volonté » à prendre conscience qu’ils sont tous frères, puisque tous fils du «Dieu vivant, Père de tous les hommes» (§ 21) et que Dieu les appelle tous à croître ensemble (§ 17), par un développement intégral de l’homme et un développement solidaire de l’humanité. Ce qui demande un effort concerté pour lutter contre l’injustice, et par là, sauver la paix.  Des Commissions Justice et paix ont ensuite été créées dans de nombreux pays. Elles visent à promouvoir la paix, notamment à travers le soutien aux politiques de désarmement, à la promotion d’une culture de la paix et de respect des droits humains et contribuent à la formation de l’opinion publique et des milieux catholiques

    La Commission Justice et paix Suisse a été créée en 1969, comme organe consultatif de la Conférence suisse des Evêques. Depuis, elle a abordé de nombreux sujets : développement, écologie, migration, justice, économie, service civil, politique d’asile, désarmement.. Elle a régulièrement travaillé conjointement avec les Eglises protestantes.  Rattachée en juin 2025 au Service Vox Ethica, la Commission Justice et paix Suisse a été réélue par la CES en décembre 2025. Son président, Thomas Wallimann, directeur d’Ethik 22 est théologien, spécialiste de l’éthique sociale chrétienne. Les membres de la Commission sont Tobias Karcher, S.J., Institut Lasalle ; Robert Unteregger, philosophe, Professeur à la HEP de Berne et Mgr. Josef Stübi, Evêque adjoint, du diocèse de Bâle, représentant de la CES.

    Les 3 nouveaux membres sont: Ada Marra, anc. conseillère nationale, accompagnante spirituelle en milieu hospitalier (en formation), Jean-Noël Maillard, directeur de Caritas Jura, et Matteo Frey, chercheur, Institut d’éthique sociale de l’Université de Lucerne.

    Sa secrétaire scientifique est Florence Quinche, responsable de Vox Ethica. La Commission Suisse fait partie du réseau de Commissions Justice et paix Europe, avec 32 autres commissions nationales qui sont nommées et mandatées respectivement par leurs Conférences des évêques.

    Dans ses dernières prises de position, Justice et paix Suisse s’est exprimée notamment : contre l’extension de l’exportation d’armes par les entreprises suisses.

    Les récentes prises de position de Justice et paix Europe portent sur les thèmes suivants :  « Justice, Peace and human Dignity for Greenland », 20.01.26 « Justice and Peace for Venezuela and its People », 6.01.26.

    FQ

  • Eine erneute Ausweitung der Kriegsmaterialausfuhr ist aus christlich ethischer Sicht unhaltbar!

    Eine erneute Ausweitung der Kriegsmaterialausfuhr ist aus christlich ethischer Sicht unhaltbar!

    Thomas Wallimann-Sasaki, Dr. theol. Präsident Justitia et Pax Schweiz

    Justitia et Pax ist die sozialethische Kommission der Schweizer Bischofskonferenz und engagiert sich für Gerechtigkeit und Frieden hier und in der Welt. Auch wenn Krieg und Waffengeschäfte zu dieser Welt gehören, so kann es sich gerade dieSchweiz leisten darauf hinzuweisen, dass ein gutes und gelungenes Leben für Menschen anders aussieht als ein „Mehr an Kriegsmaterial“. Wir wissen, dass weder totalitäre Staatsverhältnisse noch religiös gefärbter Fanatismus oder Krieg ein gutes Leben für wirklich alle schaffen können. Lieferungen von Kriegsmaterial in Länder mit internen Konflikten verschärfen diesegesellschaftlichen Konflikte.

    Das Christentum und insbesondere die Katholische Kirche haben gegenüber Waffen wie auch Krieg eine bewegte Geschichte. Heute sind wir überzeugter denn je, dass im Zentrum jeder Politik die ganzheitliche Entwicklung des Menschen stehen muss. Dies gilt auch für die Politik der Ausfuhr von Kriegs- und Sicherheitstechnik-Material. Darum ist der letzte Orientierungspunkt für eine ethische Beurteilung des Exports von Kriegsmaterial nicht der wirtschaftliche Nutzen und damit auch nicht die Sicherung von Arbeitsplätzen. Vielmehr ist das Wohlergehen wirklich aller Menschen das zentrale ethische Kriterium. Von einer Ausweitung der Kriegsmaterialausfuhr profitieren nur wenige, viele aber leiden übermässig und mehr. Dies widerspricht unserem christlichen Verständnis von Gemeinwohl. Frieden und glückliche Entwicklungen haben mit Gerechtigkeit zu tun. Diese spielt eine wichtige

    Rolle bei der Verteilung von Ressourcen innerhalb und zwischen den Ländern. Wenn arme Länder und solche mit inneren Konflikten Geld für die militärische Rüstung brauchen, kommen in der Regel Bildung und die Versorgung mit Nahrungsmittel zu kurz. Darunter leiden die Armen in besonderem Masse. Eine Ausweitung von Kriegsmaterialausfuhr fördert diese Benachteiligungen und widerspricht der Nächstenliebe. Das Recht des Stärkeren ist keine Grundlage weder für Friede noch für Gerechtigkeit.

    Ein Wort zum Argument, dass der Schweizer Anteil am weltweiten Markt klein ist und sonst einfach„andere“ das Material liefern. Dieses Argument ist ethisch nicht stichhaltig. Denn unethisches Handeln wird nicht einfach „richtiger » oder gerechtfertigt, wenn darauf verwiesen wird, dass „andere“ das gleiche ähnlich oder noch verstärkt tun. Schon 1481 – beim Stanser Vorkommnis – haben die Eidgenossen gemerkt, dass man gemeinsam ein besseres Leben hat, wenn man sich keine Köpfe einschlägt, sondern aufeinander hört und miteinander spricht!

    Thomas Wallimann-Sasaki,

    Dr. theol. Präsident Justitia et Pax Schweiz

    Rohrmatte 6

    CH-6372 Ennetmoos

    Dienstag, 6. Januar 2026

    sozialethik@bluewin.ch

    Hier das Referendum unterschreiben:

  • Extension des exportations de matériel de guerre ? Prise de position de la Commission Justice et paix

    Extension des exportations de matériel de guerre ? Prise de position de la Commission Justice et paix

    Un article de Thomas Wallimann-Sasaki, Président de Justice et Paix Suisse. Justice et Paix est la commission d’éthique sociale de la Conférence des évêques suisses qui s’engage pour la justice et la paix en Suisse et dans le monde.

    Même si la guerre et le commerce des armes font partie de ce monde, la Suisse se doit d’insister à « davantage de matériel de guerre » ne conduit pas à une vie meilleure. Nous savons que ni les régimes totalitaires, ni le fanatisme religieux, ni la guerre ne peuvent créer une vie bonne pour tous et toutes. Les livraisons de matériel de guerre à des pays en prise à des conflits internes exacerbent ces conflits.

    Le christianisme, et en particulier l’Église catholique, ont une histoire mouvementée en matière d’armes et de guerre. Aujourd’hui, nous sommes plus convaincus que jamais que le développement holistique de l’être humain doit être au cœur de toute politique. Cela vaut également pour la politique d’exportation de matériel de guerre et de sécurité.

    C’est pourquoi le critère principal pour évaluer l’éthique des exportations de matériel de guerre ne peut pas être l’intérêt économique, ni la préservation des emplois dans les pays producteurs de ce matériel. C’est au contraire, le bien-être de tous les êtres humains qui s’avère le critère éthique central. Car seule une infime minorité profite des bénéfices financiers générés par l’augmentation des exportations de matériel de guerre, tandis qu’un grand nombre de personnes en souffrent de manière excessive. Ceci s’oppose directement à notre conception chrétienne du bien commun.

    La paix et les améliorations sociales sont liées à la justice. Celle-ci joue un rôle important dans la répartition des ressources, tant au sein des pays que sur le plan international. Lorsque les pays pauvres et ceux en proie à des conflits internes utilisent leurs ressources financières pour de l’armement, l’éducation et l’approvisionnement alimentaire sont généralement négligés. Les plus pauvres en souffrent tout particulièrement. Une augmentation des exportations de matériel de guerre renforce ces inégalités et va à l’encontre de l’amour du prochain. La loi du plus fort n’est une base ni pour la paix ni pour la justice.

    Un mot sur l’argument selon lequel la part de la Suisse sur le marché mondial reste faible et que, si la Suisse renonçait à ces exportations, ce seraient simplement « d’autres » qui fourniraient ce matériel. Cet argument ne tient pas sur le plan éthique. En effet, un comportement contraire à l’éthique ne devient pas « plus juste » ou justifié simplement parce que « d’autres » pourraient faire de même ou pire encore.

    Dès 1481, lors de l’incident de Stans, les Confédérés ont compris qu’on vivait mieux ensemble quand on renonçait à se battre pour s’écouter et échanger !

    Thomas Wallimann-Sasaki, Dr en théologie Président de Justice et Paix Suisse, Rohrmatte 6, CH-6372 Ennetmoos

    sozialethik@bluewin.ch

    Signer le réferendum ici: