Catégorie : Deutsch

  • Eine Asylbewerberin berichtet von ihrer Ankunft in Bundesasylzentren

    In dieser neuen Folge des Podcasts «Das Asylsystem in der Schweiz: Echos des Asyls» hören wir den Erfahrungsbericht einer jungen Frau, die die Bundesasylzentren (BAZ) in Boudry und Vallorbe durchlaufen hat. Sie erzählt von ihren ersten Monaten in der Schweiz: Als sie schwanger in die Schweiz kam, führte ihr Weg zwischen dem Spital und den Bundesasylzentren hin und her.

    Sie schildert die schwierigen Aufnahmebedingungen für eine junge Mutter mit einem Neugeborenen. Ausserdem spricht sie über ihre Zukunftsperspektiven und ihre Pläne für das Leben in der Schweiz.

    Das Gespräch wurde am 3.10.26 von F. Quinche von Vox ethica geführt.

    Ergänzend zu den Gesprächen mit Menschen, die im Asylbereich tätig sind – sei es in der Verwaltung der Zentren oder aufseiten der Betreuungspersonen und der Mitarbeitenden der Kirchen –, schien es uns selbstverständlich, auch Asylsuchenden selbst das Wort zu geben, um ihre Erfahrungen und Perspektiven sichtbar zu machen. Anhand unterschiedlicher Lebenswege soll die Vielfalt der Erfahrungen aufgezeigt werden.

    Tatsächlich gibt es nur wenige Orte, an denen Asylsuchende öffentlich über ihre Aufnahmebedingungen sprechen können. Selbst nach der Anerkennung als Flüchtling fällt es besonders schwer, sich öffentlich zu äussern, insbesondere aus Angst vor möglichen Konsequenzen. Deshalb werden die meisten dieser Erfahrungsberichte anonym veröffentlicht.

    Aus ethischer Sicht scheint es uns jedoch unabdingbar, denjenigen Menschen eine Stimme zu geben, die unmittelbar von einem Verwaltungssystem betroffen sind – insbesondere dann, wenn sie sich in einer besonders verletzlichen Situation befinden.

    Darüber hinaus bieten die geschilderten schwierigen Situationen auch Anlass, über konkrete Verbesserungen und mögliche Anpassungen des bestehenden Systems nachzudenken.

  • Das Schweizer Asylsystem: eine Spurensuche l Folge 2: Präsent sein, zuhören, Brücken bauen.

    Das Schweizer Asylsystem: eine Spurensuche l Folge 2: Präsent sein, zuhören, Brücken bauen.

    Nach dem Blick auf das Verfahren in Folge 1 wechselt die Perspektive: zu den Menschen, die das Asylverfahren durchlaufen, und zu jenen, die sie dabei begleiten. Florian Lüthi spricht mit Irene Neubauer, Theologin, Religionswissenschaftlerin und Anthropologin. Seit 2018 ist sie in der Asylseelsorge im Raum Bern tätig, zuletzt im Asylzentrum Kappelen bei Lyss; heute ist sie pensioniert und arbeitet in Stellvertretung weiter.

    Sie erzählt, wie Seelsorge ohne eigenen Raum funktioniert, warum das Seelsorgeteam nie nach Fluchtgründen fragt und was die kirchliche Trägerschaft an Vertrauen und Unabhängigkeit ermöglicht. Es geht um Dublin-Entscheide und kurze Beschwerdefristen, um eine auf der Flucht getrennte Familie, um Ausschaffungen und um die Ohnmacht, die man gemeinsam aushalten muss. Zur Sprache kommen auch das Zusammenleben vieler Kulturen und Religionen auf engem Raum, die Verflechtung der Schweiz mit den Ursachen von Flucht und konkrete Wünsche: mehr Begegnung statt Abschottung, bezahlbare Mobilität.

    Hinweis: Das Gespräch wurde im Juni 2026 aufgezeichnet, vor der Volksabstimmung vom 14. Juni 2026 über die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!».

    Ausha

    Kapitel

    00:00 Intro

    01:54 Ein Leben mit Migration: Herkunft und Weg in die Asylseelsorge

    06:49 Was sich verändert hat

    09:17 Ein Arbeitstag im Bundesasylzentrum – und die Haltung dahinter

    13:31 Was die Menschen beschäftigt

    16:31 Wie Seelsorge wahrgenommen wird

    18:25 Trauma: Möglichkeiten und Grenzen der Seelsorge

    22:30 Eine auf der Flucht getrennte Familie

    25:21 Negative Entscheide und Ausschaffungen

    29:07 Menschlichkeit

    32:03 Zusammenleben vieler Kulturen auf engem Raum

    36:38 Zusammenarbeit und Unabhängigkeit

    39:07 Unterstützung und Grenzen im institutionellen Rahmen

    40:43 Zeugin, Anwältin, Begleiterin

    43:08 Die Rolle der Kirchen

    45:50 Politischer Kontext und Wünsche

    50:36 Konkrete Verbesserungen

    52:23 Was Kraft gibt

    53:58 Outro

  • Vom Sonnengesang zu Laudato si’

    Vom Sonnengesang zu Laudato si’

    Franz von Assisi, der Sonnengesang und die Enzyklika Laudato si’ – 800 Jahre Wirkungsgeschichte

    Am Abend des 3. Oktober 1226 starb Franz von Assisi bei der Portiuncula unterhalb der Stadt. Achthundert Jahre später ist er eine der wenigen Gestalten des Mittelalters, auf die sich Kirche, Kultur und Umweltbewegung gleichermassen berufen. Ein Text trägt diese Wirkung wie kein anderer: der Sonnengesang. Von ihm führt eine lange, nicht immer geradlinige Linie bis zur Enzyklika Laudato si’, mit der Papst Franziskus 2015 seinen Namenspatron ins Licht der kirchlichen Soziallehre rückte.

    Dieser Beitrag zeichnet die Linie nach. Er fragt, was auf dem Weg gewonnen und was geglättet wurde.

    Der Sonnengesang: ein Lob aus der Dunkelheit

    Die Entstehung des Canticum fratris solis lässt sich nicht genau datieren. Vermutlich dichtete Franziskus den Text in mehreren Etappen in seinen letzten Lebensjahren. Die Strophe über den Tod kam wohl erst kurz vor seinem Sterben 1226 hinzu (vgl. Volker Leppin, Franz von Assisi, S. 180–181). Der Sonnengesang gilt als einer der ältesten Dichtungstexte in italienischer Volkssprache. Überliefert ist er in einer Handschrift aus der Mitte des 13. Jahrhunderts (Assisi, Codex 338).

    Der Aufbau ist klar gegliedert:

    1. Gotteslob. Der Höchste allein verdient Lob, Ruhm und Ehre: « kein Mensch ist würdig, dich zu nennen. »
    2. Die Geschwister der Schöpfung. Bruder Sonne, Schwester Mond und die Sterne, Bruder Wind, Schwester Wasser, Bruder Feuer und « unsere Schwester, Mutter Erde, die uns erhält und lenkt. »
    3. Versöhnung. Lob für jene, die aus Liebe verzeihen und Krankheit und Bedrängnis ertragen.
    4. Schwester Tod. Selbst den Tod nennt Franziskus « Schwester » und lobt Gott durch ihn. Was Paulus den « letzten Feind » nennt (1 Kor 15,26), wird hier in die Geschwisterlichkeit der Schöpfung aufgenommen.

    Der Kernvers lautet im umbrischen Original:

    Laudato si’, mi’ Signore, per sora nostra matre terra, la quale ne sustenta et governa, et produce diversi fructi con coloriti flori et herba.

    Zwei Beobachtungen sind für die Wirkungsgeschichte entscheidend. Erstens das kleine Wort per: Es kann « durch », « für » oder « wegen » bedeuten. Lobt die Schöpfung Gott, wird Gott für sie gelobt, oder beides? Die Offenheit ist kein Mangel, sondern Programm. Zweitens die Sprache der Geschwisterlichkeit: Die Geschöpfe stehen nicht unter dem Menschen, sondern neben ihm. Der Mensch selbst tritt erst spät auf. Er erscheint nicht als Herrscher, sondern als einer, der verzeiht, leidet und stirbt.

    Und der Text blickt über den Tod hinaus: Wehe denen, die in Todsünde sterben, selig jene, denen « der zweite Tod » nichts anhaben kann. Das Gericht, das Franziskus und seiner Zeit selbstverständlich war, gehört zum Lied – auch wenn die Rezeption es meist ausblendet.

    Sprachlich steht der Sonnengesang in einer biblischen Tradition. Er erinnert an den Lobgesang der drei jungen Männer im Feuerofen (Dan 3,57–88) und an Psalm 148. Beide Texte rufen Sonne und Mond, Sterne, Wind, Wasser, Feuer und Erde zum Gotteslob auf. Franziskus kannte sie aus dem Stundengebet. Neu bei ihm ist zweierlei: Er spricht die Geschöpfe als Brüder und Schwestern an, und er lobt Gott per sie – nicht nur durch sie, sondern auch für sie.

    Der Sonnengesang ist damit kein ökologisches Manifest. Er ist ein Gebet, das die Welt von Gott her ordnet. Gerade darin liegt seine Sprengkraft.

    Acht Jahrhunderte Wirkungsgeschichte

    Rezeption: vom Heiligen zur Legende

    Schon zwei Jahre nach seinem Tod wurde Franziskus heiliggesprochen (1228). Thomas von Celano verfasste im Auftrag des Papstes die erste Lebensbeschreibung, die Vita prima (1228/29). Das früheste Bild, die Tafel von Bonaventura Berlinghieri in Pescia (1235), zeigt einen strengen, asketischen Mann. Bonaventuras Legenda maior (1263) wurde danach zur verbindlichen Lebensbeschreibung des Ordens.

    Mit der Zeit trat neben den historischen Franziskus der erzählte. Die Fioretti aus dem 14. Jahrhundert, mit der Vogelpredigt und dem Wolf von Gubbio, prägen das Bild bis heute. Sie sind jedoch rund hundert Jahre nach seinem Tod entstanden und als späte Quelle zu lesen. Dante setzte Franziskus im Paradiso (Gesang XI) ein Denkmal: Aus Assisi sei «der Welt eine Sonne geboren».

    Zugleich zeigt die Geschichte des Ordens, wie schwer das Erbe zu institutionalisieren war. Im Armutsstreit verurteilte Papst Johannes XXII. 1323 mit Cum inter nonnullos die Lehre von der vollkommenen Besitzlosigkeit Christi und der Apostel. Die radikale Armut, auf die sich Franziskus berufen hatte, galt nun als häretisch. Die Spannung zwischen Charisma und Institution begleitet die Wirkungsgeschichte bis heute.

    Lieder und Musik

    Lebendig ist der Sonnengesang heute vor allem als Lied. Im deutschen Sprachraum prägt ihn das Laudato si von Winfried Pilz (1974). Sein Refrain « Laudato si, o mi Signore » ist aus Jugendgottesdiensten, Firmfeiern und Kirchentagen kaum wegzudenken. Damit wurden die Anfangsworte des Sonnengesangs zum Erkennungszeichen, lange bevor eine Enzyklika sie zum Titel machte.

    Gerade dieses Lied zeigt aber auch die Ambivalenz der Rezeption: Es hat den Sonnengesang breit verankert, ihn aber zugleich aufgehellt. Die Strophen von Vergebung, Krankheit und Tod singt kaum jemand mit.

    Vorbild: vom Ordensgründer zum Patron der Ökologie

    Im 20. Jahrhundert verschob sich der Blick. 1967 machte der Historiker Lynn White in der Zeitschrift Science das jüdisch-christliche Herrschaftsverständnis für die ökologische Krise mitverantwortlich. Als Gegenfigur schlug er ausgerechnet Franziskus vor: als Schutzpatron der Ökologen. Papst Johannes Paul II. griff dies 1979 auf und erklärte Franziskus mit der Bulle Inter sanctos zum Patron der Ökologie. 1986 lud er die Religionen der Welt zum Friedensgebet nach Assisi.

    2013 schliesslich wählte Kardinal Bergoglio als erster Papst den Namen Franziskus. Er begründete die Wahl mit drei Stichworten: der Mann der Armut, der Mann des Friedens, der Mann, der die Schöpfung liebt und bewahrt. Zwei Jahre später trug seine Umwelt- und Sozialenzyklika den Anfang des Sonnengesangs im Titel.

    Diese Linie ist eindrücklich, aber sie verlangt Vorsicht. Franziskus war kein Umweltschützer im heutigen Sinn. Wer ihn dazu macht, überträgt eine moderne Kategorie auf einen mittelalterlichen Menschen – und verliert, was ihn ausmacht: die Verbindung von Gotteslob, gewählter Armut und Nähe zu den Ausgeschlossenen.

    Laudato si’ und die ganzheitliche Ökologie

    Mit Laudato si’ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus (2015) hat Papst Franziskus den Sonnengesang in die kirchliche Soziallehre geholt. Was viele aus dem Kirchenlied kennen, wird hier zum Titel eines Lehrschreibens. Die Enzyklika beginnt mit dem Vers über « unsere Schwester, Mutter Erde. » Gleich danach fährt sie fort: Diese Schwester schreit auf wegen des Schadens, den wir ihr zufügen (LS 2). Was bei Franziskus Lob war, wird hier zur Klage.

    Ausdrücklich stellt der Papst seinen Namenspatron an den Anfang:

    Ich glaube, dass Franziskus das Beispiel schlechthin für die Achtsamkeit gegenüber dem Schwachen und für eine froh und authentisch gelebte ganzheitliche Ökologie ist. Er ist der heilige Patron all derer, die im Bereich der Ökologie forschen und arbeiten, und wird auch von vielen Nichtchristen geliebt.(LS 10)

    Bemerkenswert ist die Reihenfolge: zuerst « das Schwache », dann die Ökologie. Franziskus zeige, so die Enzyklika weiter, wie untrennbar die Sorge um die Natur, die Gerechtigkeit gegenüber den Armen, das Engagement für die Gesellschaft und der innere Friede zusammengehören.

    Genau das meint der Begriff der ganzheitlichen Ökologie, dem das vierte Kapitel gewidmet ist. Umwelt, Wirtschaft, Kultur und Alltag lassen sich nicht getrennt betrachten. Der Schlüsselsatz lautet: « Es gibt nicht zwei Krisen nebeneinander, eine der Umwelt und eine der Gesellschaft, sondern eine einzige und komplexe sozio-ökologische Krise » (LS 139). Die Klage der Erde und die Klage der Armen sind darum gemeinsam zu hören (vgl. LS 49).

    Hier liegt der eigentliche Ertrag der franziskanischen Linie – und zugleich ihre Korrektur. Die Enzyklika macht Franziskus nicht zum Naturschwärmer. Sie nimmt von ihm die Haltung: Staunen statt Verfügen, Geschwisterlichkeit statt Herrschaft, Nähe zu den Ausgeschlossenen statt Rückzug ins Private. Wer der Welt ohne diese Haltung begegnet, so warnt der Papst, verhält sich bald wie ein blosser Konsument oder Ausbeuter ihrer Ressourcen (vgl. LS 11). Franziskus erscheint so weniger als Programm denn als Vorbild, an dem sich eine andere Lebensweise einüben lässt.

    Was bleibt nach 800 Jahren?

    Die Wirkungsgeschichte des Sonnengesangs ist eine Geschichte der Aneignung. Jede Epoche hat in Franziskus gefunden, was sie suchte: den Heiligen der Armut, den Dichter, den Friedensstifter, den Patron der Ökologie. Laudato si’ fügt diese Bilder zusammen, indem sie an das erinnert, was im populären Bild oft fehlt: den Zusammenhang von Schöpfung und Gerechtigkeit.

    Für die Ethik ergibt sich daraus eine Unterscheidung. Franziskus hat die Armut gewählt. Die meisten Menschen, die heute unter den Folgen der Klimakrise leiden, haben sie nicht gewählt. Ein franziskanischer Blick auf die Ökologie kann sich darum nicht mit persönlichem Verzicht begnügen. Er fragt nach den Strukturen, die anderen den Verzicht aufzwingen.

    Der Sonnengesang beginnt mit dem Satz, kein Mensch sei würdig, Gott zu nennen. Vielleicht liegt darin seine aktuellste Botschaft: Was würde sich ändern, wenn wir der Erde und den Armen nicht als Verfügende, sondern als Geschwister begegneten?

    Quellen

    • Franz von Assisi, Canticum fratris solis (um 1225), Assisi, Codex 338
    • Thomas von Celano, Vita prima (1228/29); Compilatio Assisiensis (13. Jh.); Fioretti (14. Jh., späte Quelle)
    • Volker Leppin, Franz von Assisi. Ein unbequemer Heiliger (2026), S. 180–181
    • Papst Franziskus, Enzyklika Laudato si’ (2015), Nr. 1–2, 10–11, 49, 139
    • Lynn White Jr., «The Historical Roots of Our Ecologic Crisis», Science 155 (1967)
    • Johannes Paul II., Bulle Inter sanctos (1979)

    02.10.2026 FL

  • Das Schweizer Asylsystem – eine Spurensuche | Folge 1: Das Verfahren von innen

    Das Schweizer Asylsystem – eine Spurensuche | Folge 1: Das Verfahren von innen

    Zum Auftakt von «Das Schweizer Asylsystem – eine Spurensuche» spricht Florian Lüthi mit Claudio Martelli. Er ist Vizedirektor des Staatssekretariats für Migration (SEM) und leitet den Direktionsbereich Asyl. Martelli beschreibt den Weg eines Asylgesuchs seit der Neustrukturierung 2019: von der Registrierung im Bundesasylzentrum über die Dublin-Prüfung bis zum Entscheid. Er erläutert, wie verletzliche Menschen geschützt werden und was nach einem negativen Entscheid geschieht. Er ordnet die politische Debatte, den EU-Asyl- und Migrationspakt und den Schutzstatus S ein. Sein Anliegen zum Schluss: mehr Sachlichkeit und Nähe zu den Fakten.

    https://podcast.ausha.co/voxethica-asyl-asile-ch/das-verfahren-von-innen-mit-claudio-martelli

    Kapitel
    00:00 Einführung in die Serie
    02:49 Werdegang von Claudio Martelli
    04:14 Der Ablauf eines Asylverfahrens
    06:50 Das Dublin-System
    11:16 Schutz besonders verletzlicher Menschen
    14:03 Nach dem Entscheid: Wegweisung und Rückkehr
    18:27 Sichere Herkunftsstaaten und vorläufige Aufnahme
    21:13 Politische Entwicklungen: Revision 2019 und EU-Migrationspakt
    25:17 Europäische Solidarität
    27:47 Schwankende Zahlen, Ukraine und Status S
    33:42 Die Haltung in den Bundesasylzentren
    36:32 Die Rolle von Zivilgesellschaft und Kirchen
    38:52 Die öffentliche Debatte
    41:56 Was Zahlen aussagen – Integration und Akzeptanz
    48:54 Schlusswort
    49:38 Ausblick auf Folge 2 mit Irene Neubauer

    Hinweis: In dieser Serie sprechen Menschen, die beruflich oder seelsorgerlich mit dem Asylsystem verbunden sind. Zeugnisse von Menschen mit Fluchterfahrung fehlen bewusst, zu ihrem Schutz.

    Folge 2 ab 11. Oktober mit Irene Neubauer, Seelsorgerin in einem Bundesasylzentrum, über Präsenz, Zuhören und das gemeinsame Aushalten von Ohnmacht.

  • Armut als gesellschaftliche Aufgabe – zwischen Nächstenliebe und Struktur

    Armut als gesellschaftliche Aufgabe – zwischen Nächstenliebe und Struktur

    Der heilige Franz von Assisi wird gerne als Vorbild für eine persönliche, unmittelbare Zuwendung zu den Armen herbeigezogen. Zu Recht, wie ein Blick in seine Regel und sein Testament zeigt: Er teilte das Leben der Bedürftigen, tauschte Kleider mit Bettlern, pflegte Aussätzige. Was er nicht tat, ist ebenso bezeichnend: Er gründete keine soziale Institution. Sein Beitrag war relational, nicht strukturell. Genau diese Beobachtung – jüngst von Papst Leo XIV. in der Apostolischen Exhortation Dilexi te ausdrücklich festgehalten (vgl. Leo XIV., Dilexi te, Nr. 64) – markiert eine Grenze, an der jede kirchliche und gesellschaftliche Ethik der Armutsbekämpfung ansetzen muss: Persönliche Nähe allein genügt nicht, wenn Armut strukturelle Ursachen hat.

    Zwei Ebenen, ein Auftrag

    Die katholische Soziallehre unterscheidet seit Rerum novarum (vgl. Leo XIII., Rerum novarum, 1891) konsequent zwischen der karitativen und der strukturellen Antwort auf Armut, ohne die eine gegen die andere auszuspielen. Gaudium et spes verankert diese Unterscheidung theologisch in der Lehre von der universalen Bestimmung der Güter der Erde: Eigentum hat eine wesentliche soziale Funktion; wer sich in äusserster Not befindet, hat ein Recht darauf, am Überfluss anderer teilzuhaben (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Gaudium et spes, Nr. 69). Damit ist Armutsbekämpfung nicht bloss Ausdruck von Grosszügigkeit, sondern eine Frage der Gerechtigkeit.

    Dilexi te macht diese Spannung für die Gegenwart neu greifbar, wenn es festhält, dass akute Hilfsmassnahmen immer nur provisorisch sein dürfen und die eigentliche Aufgabe in der Beseitigung der strukturellen Ursachen liegt (vgl. Leo XIV., Dilexi te, Nr. 94) – Ungleichheit, fehlender Zugang zu Arbeit, Boden und Wohnraum, verweigerte soziale Rechte (vgl. ebd., Nr. 81). Ergänzend dazu steht der Gedanke, der bereits von der lateinamerikanischen Kirche (Aparecida) geprägt wurde und den Dilexi te aufnimmt: Die Armen sind als Subjekte zu behandeln, nicht als Objekte der Wohltätigkeit (vgl. ebd., Nr. 100). Das ist der ethische Kern dessen, was gemeinhin als Hilfe zur Selbsthilfe firmiert – nicht in erster Linie eine Frage der Wirksamkeit von Massnahmen, sondern der Würde derer, denen geholfen wird.

    Gemeinwohl kennt keine Grenze

    Für die gesellschaftliche und politische Praxis bedeutet das, nahe und ferne Armut nicht gegeneinander auszuspielen. Wer mit dem Einkommen bis Monatsende nicht auskommt, und wer in einem strukturell benachteiligten Land keinen Zugang zu Grundversorgung hat, sind aus Sicht christlicher Sozialethik zwei Ausprägungen derselben Verantwortung (vgl. Leo XIV., Dilexi te, Nr. 12–13). Das Gemeinwohl, wie es die katholische Tradition versteht, endet nicht an der Landesgrenze – ein Grundsatz, den bereits Paul VI. formuliert hat: Niemand ist befugt, seinen Überfluss ausschliesslich sich selbst vorzubehalten, wo anderen das Notwendigste fehlt (vgl. Paul VI., Populorum Progressio, Nr. 23; zit. auch in Leo XIV., Dilexi te, Nr. 86).

    Diese Überlegung ist keine abstrakte. Sie berührt unmittelbar die gegenwärtige Debatte um Kürzungen in der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit. Wo Sparentscheide primär fiskalisch oder sicherheitspolitisch begründet werden, blendet die Diskussion in der Regel aus, dass es sich – aus ethischer Perspektive – nicht um eine verzichtbare Grosszügigkeit, sondern um eine Frage struktureller Gerechtigkeit und relationaler Verantwortung handelt. Der Abbruch von Partnerschaften ist nicht nur eine budgetäre, sondern eine Beziehungsfrage.

    Fazit

    Die Spannung zwischen persönlicher Zuwendung und struktureller Verantwortung lässt sich nicht auflösen, sie ist auszuhalten und zu gestalten. Eine Ethik, die sich am Gemeinwohl orientiert, braucht beides: die Nähe, die den Armen als Bruder oder Schwester erkennt, und den politischen Willen, die Ursachen von Armut – lokal wie global – tatsächlich anzugehen. Wo eines das andere ersetzen soll, wird beides unglaubwürdig.

    14.9.2026 FL

  • « Wahrung der schweizerischen Neutralität », Neutralitätsinitiative

    « Wahrung der schweizerischen Neutralität », Neutralitätsinitiative

    Volksabstimmung vom 27.09.26

    Was schlägt diese Initiative tatsächlich vor? Welche Auswirkungen könnte diese Auffassung der Neutralität haben? Zielt sie darauf ab, den Frieden zu fördern, wie es die Plakate mit der Taube und dem Ölzweig suggerieren? Und wenn ja, um welche Art von Frieden würde es sich dabei handeln? Es gibt tatsächlich mehrere Arten, Frieden zu verstehen, die aus ethischer Sicht nicht alle dieselbe Bedeutung haben

    Vox ethica stellt sich die Frage nach den ethischen Implikationen dieser vorgeschlagenen Verfassungsänderungen in verschiedenen Bereichen: den Menschenrechten, der Politik der guten Dienste oder auch die Stimme der Schweiz auf internationaler Ebene.

    Die Initiative bietet die Gelegenheit, sich mit dem Sinn der Neutralität für ein Land wie die Schweiz auseinanderzusetzen. Ist sie ein Wert an sich? Oder gibt es andere Werte, denen der Vorrang zu geben ist? Eine Gelegenheit zu überlegen, welches die Grundwerte sind, die wir uns für unser Land wünschen.

    Stellungnahme von Vox ethica :

  • Warum sich Vox Ethica in die Vernehmlassung zur Konzernverantwortung einbringt

    Warum sich Vox Ethica in die Vernehmlassung zur Konzernverantwortung einbringt

    Die katholische Kirche setzt sich seit Jahrzehnten für die Einhaltung der Menschenrechte ein. Spätestens seit der Enzyklika Laudato si’ gehören auch der Schutz der Umwelt und die Bekämpfung des Klimawandels zu ihren Anliegen. Dahinter steht eine einfache Überzeugung: Eine Welt, in der alle Menschen ihr Potential entfalten können, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – eine Aufgabe, die alle gesellschaftlichen Akteure betrifft, nicht nur den Staat.

    Diese Überzeugung ist nicht einfach eine kirchenpolitische Position, die man auch anders begründen könnte. Sie wurzelt tief im biblischen Menschen- und Weltbild selbst.

    Der Mensch als Bild Gottes. Am Anfang der Bibel steht der Satz, dass der Mensch als Abbild Gottes geschaffen ist – jeder Mensch, ohne Ausnahme (Gen 1,26–27). Aus dieser Ebenbildlichkeit leitet die christliche Tradition die unveräusserliche Würde jedes Menschen ab, die keiner wirtschaftlichen oder politischen Zweckmässigkeit untergeordnet werden darf. Wo Lieferketten Menschen in Armut, Ausbeutung oder Vertreibung treiben, wird an dieser Ebenbildlichkeit selbst Schaden angerichtet – nicht nur an einer abstrakten Rechtsnorm.

    Die Schöpfung als anvertrautes Gut. Derselbe Schöpfungsbericht spricht dem Menschen die Aufgabe zu, den Garten zu « bebauen und zu bewahren » (Gen 2,15) – ein Auftrag zur Pflege, nicht zur rücksichtslosen Nutzung. Papst Franziskus hat diesen Gedanken in Laudato si’ aufgenommen und daran erinnert, dass die Erde uns nicht gehört, sondern uns anvertraut ist. Umweltzerstörung ist aus dieser Warte kein Kollateralschaden wirtschaftlichen Handelns, sondern ein Verstoss gegen einen ursprünglichen Auftrag.

    Die prophetische Tradition. Durch die ganze Bibel zieht sich zudem eine unbequeme Stimme: die der Propheten, die wirtschaftliche Ausbeutung scharf verurteilen. Amos etwa prangert jene an, die « die Armen um ein Paar Schuhe verkaufen » (Am 2,6) – wirtschaftlicher Gewinn auf Kosten der Schwächsten ist für die prophetische Tradition kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verrat am Bund. Diese Stimme mahnt auch heute: Wirtschaftliche Freiheit, die die Verwundbarsten entlang globaler Lieferketten übersieht, steht in einer langen Reihe biblisch verurteilter Praktiken.

    Gott an der Seite der Verwundbaren. Schliesslich zeigt sich im Kommen Gottes selbst in die Welt – in der Menschwerdung – eine bleibende Zuwendung zu den Geringen und Verletzlichen. Diese Logik der Solidarität « von unten » ist der tiefste theologische Grund dafür, dass sich kirchliches Engagement nicht mit wohlklingenden Absichtserklärungen zufriedengibt, sondern auf wirksame, einklagbare Schutzmechanismen für die tatsächlich Betroffenen drängt.

    Aus diesem biblisch-theologischen Fundament hat die katholische Soziallehre ihre Prinzipien entwickelt, mit denen sie diese Einsichten auf gesellschaftliche und rechtliche Fragen übersetzt. Das Prinzip des Gemeinwohls etwa bindet nicht nur staatliches Handeln, sondern ebenso private wirtschaftliche Akteure: Unternehmerische Freiheit ist kein Selbstzweck, sondern hat sich – ganz im Sinne der Ebenbildlichkeit aller Menschen – am Beitrag zum Wohl aller zu orientieren.

    Was folgt daraus konkret? Aus dem Zusammenspiel zweier weiterer Grundprinzipien – Subsidiarität und Solidarität – ergibt sich für uns die Forderung nach verbindlichen statt bloss freiwilligen Sorgfaltspflichten für Unternehmen. Subsidiarität bedeutet nämlich nicht, dass sich der Staat möglichst heraushält, sondern verpflichtet ihn zum Handeln, sobald die untere Ebene – hier: die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen – ihren Schutzauftrag nachweislich nicht erfüllt. Und die globale Dimension der Solidarität, wie sie die Kirche seit Populorum Progressio betont, verlangt, dass grenzüberschreitendem wirtschaftlichem Handeln auch grenzüberschreitende rechtliche Verantwortung entspricht – eine Verantwortung, die letztlich aus der Einsicht folgt, dass alle Menschen, gleich wo sie leben, dieselbe Würde teilen.

    Aus diesen Überlegungen heraus hat sich Vox Ethica entschieden, sich mit einer eigenen Stellungnahme in die Vernehmlassung zum indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Für verantwortungsvolle Grossunternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt» einzubringen.

    Vox Ethica begrüsst grundsätzlich alle Bestrebungen, die einen grösseren Schutz von Mensch und Umwelt vor den Auswirkungen menschlichen – hier im Speziellen wirtschaftlichen – Handelns fördern. In unserer Stellungnahme zeigen wir aber auch auf, wo der vorliegende Entwurf aus unserer Sicht noch nachgebessert werden sollte.

    FL. 24.07.2026

  • Nationale Tagung zur Integralen Ökologie in Fribourg

    Nationale Tagung zur Integralen Ökologie in Fribourg

    Am 23. Juni 2026 versammelte Vox Ethica Engagierte aus allen Sprachregionen und Bistümern der Schweiz zu einer ersten nationalen Tagung zum Thema Integrale Ökologie in Freiburg. Ziel war es, kirchlich Engagierte im Bereich der integralen Ökologie über Sprach- und Bistumsgrenzen hinweg zu vernetzen und ihnen Raum zu geben, sich zu begegnen sowie ihre Projekte und Anliegen zu teilen. 

    Eröffnung 

    Josef Stübi, Weihbischof von Basel, eröffnete den Tag mit einem persönlichen Zeugnis aus seiner Kindheit, in der das bäuerliche Leben noch stark von Religiosität und Naturverbundenheit geprägt war. Er erinnerte daran, dass das Verstehen der Natur als Schöpfung – als heiliges Geschenk – unsere Beziehung zu ihr von Grund auf verändert und uns zu tiefem Respekt vor der Schöpfung verpflichtet. 

    Transformativer Wandel 

    Dorothea Hug Peter, Biologin im Bereich transformativer Wandel und Erhaltung der Biodiversität (biodiversitaet.scnat.ch), führte in die zentralen Elemente des transformativen Wandels ein. In einem praxisorientierten Format arbeiteten die Teilnehmenden mit einem eigens entwickelten Kartenset daran, wie ökologische Dimensionen ganzheitlich in lokale kirchliche Projekte integriert werden können. 

    Spiritualität und Schöpfungstheologie 

    Der Theologe Michel Maxime Egger (trilogies.org) beleuchtete die spirituellen Dimensionen unserer Beziehung zur Schöpfung, ausgehend von Laudato si’ und der orthodoxen Theologie. Er betonte, dass der Schutz der Schöpfung kein Randthema christlicher Existenz ist, sondern ein zentrales Anliegen. Nachhaltiger Wandel erfordert eine innere Umkehr – getragen von echter Liebe zur Schöpfung und nicht bloss von Pflichtgefühl oder äusserem Konformismus. Im Anschluss an Patriarch Bartholomäus I. rief er zur individuellen und kollektiven Metanoia und zur Erneuerung unserer Denkparadigmen auf. 

    Projektpräsentationen 

    Ökumenisches Netzwerk Ecoéglise (Westschweiz) 

    Lara Florine Schmid präsentierte das ökumenische Netzwerk Ecoéglise (ecoeglise.ch). Das Netzwerk umfasst Pfarreien und Glaubensgemeinschaften aus der ganzen Romandie und bietet Austausch, Ökodiagnose-Tools, Reflexionsmaterial sowie einen gemeinsamen Kalender mit Online-Ressourcen. Der jährliche Netzwerktag findet am 3. Oktober 2026 in Lausanne statt. 

    Bischofsrat für Ökologie, Diözese Lausanne-Genf-Freiburg-Neuenburg 

    Roberto de Col stellte die Schwerpunkte des Bischofsrat Ökologie des Bistum LGF vor (diocese-lgf.ch). Die sieben Handlungsfelder – Gottesdienst und Bildung, Infrastruktur, solidarisches und ethisches Engagement, Konsum (inkl. Mobilität), Finanzen und Biodiversität – decken die verschiedenen Beziehungsdimensionen ab: zu Gott, zu sich selbst, zu anderen und zum Lebendigen. 

    Kantonaler Rat der katholischen Kirche Waadt 

    Lucia Castro Navia stellte das Projekt des Kantonalen Rats der katholischen Kirche im Kanton Waadt vor (cath-vd.ch). Im Geist der Synodalität soll gemeinsam reflektiert werden, wie die Prinzipien der integralen Ökologie in den Pfarreien des Kantons verankert werden können. 2026 finden vier Treffen mit je über 30 eingeladenen Laien, Ordensleuten und Freiwilligen statt. Präsentiert wurde auch die Bewegung Détox la terre (detoxlaterre.ch), die einen wachstumskritischen Konsum fördern möchte. 

    Oeku Kirche und Umwelt 

    Olivier Ottet präsentierte die Projekte und das umfangreiche Material von oeku, Kirche und Umwelt (oeku.ch). Das Netzwerk feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Jubiläum. Vorgestellt wurden auch die verschiedenen Zertifizierungen, darunter der Grüne Güggel. 

    Laudato si’-Garten, Diözese Lugano 

    Corinne Zaugg von der Unione femminile cattolica ticinese berichtete über die Entstehungsgeschichte des Laudato si’-gartens im Kreuzgang von San Giuseppe in der Diözese Lugano (ufct.ch). Sie schilderte die gemeinschaftsbildenden Aktivitäten rund um den Garten, der am 6. September 2026 eingeweiht wird. 

    Nachhaltigkeitsmodell der Kirche im Kanton Zürich 

    Markus Staudinger, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Katholischen Kirche im Kanton Zürich (zhkath.ch), stellte das Zürcher Modell vor, das in drei Schritten strukturiert ist: Nachhaltigkeitsverankerung im grossen Massstab (partizipative Strategie 2021 und Strategische Ziel der Synode), konkrete Umsetzung in sieben Handlungsfeldern (Biodiversität, Ökospiritualität, Energie, Abfall, Konsum, Finanzen, Mobilität sowie drei Querschnittsbereiche: Kommunikation, Engagement, Kooperation). Als Erfolgsbedingungen von Wandel nannte er das zentrale Prinzip: Beziehung vor Fachberatung. Bis 2027 soll jede Pfarrei besucht werden. Greifbares Ergebnis: −36,6 % CO₂-Emissionen seit 2019. 

    Schöpfungszeit, Kanton Freiburg 

    Adrian Craciun vom Bildungsdienst der katholischen Kirche im Kanton Freiburg (cath-fr.ch) präsentierte die vielfältigen Aktivitäten rund um die Schöpfungszeit in den Pfarreien sowie ein Projekt für ein Liturgisches Begleitheft zum Thema Schöpfung, das die Integration dieses Themas in Gottesdienste erleichtern soll. 

    Ausblick und Nächste Schritte 

    Die Tagung brachte 26 Engagierte aus allen Regionen und Bistümern der Schweiz zusammen. Zum Abschluss wurden Wünsche und Ideen zur Weiterentwicklung des Netzwerks gesammelt: 

    • Das Prinzip eines jährlichen Präsenztags wird beibehalten. 
    • Der Vernetzungstag 2027 könnte Besuche von Pfarreien oder Gemeinschaften umfassen, die sich für den ökologischen Wandel engagieren. 
    • Eine stärkere ökumenische Öffnung des Netzwerks wird angestrebt. 
    • Zukünftige Tagungen sollen stärker auf die laufenden Projekte der Teilnehmenden ausgerichtet sein. 
    • Ein spiritueller Akzent könnte eingebaut werden, allenfalls in Verbindung mit dem nationalen Schöpfungsfest (4. Oktober 2026). 
    • Ergänzende Online-Formate (z. B. Zoom) können erwogen werden, um auch jene einzubeziehen, die nicht am ersten Tahung teilnehmen konnten, und um die Tagung  2027 vorzubereiten. 
    • Der Austausch von Dokumenten und Veranstaltungshinweisen zwischen den Mitgliedern wird über ein gemeinsames Padlet weitergeführt. 

    Interessierte am Netzwerk können sich gerne melden: info@voxethica.ch 

  • Tag der integralen Ökologie in der Kirche

    Am 23. Juni 2026 organisiert Vox Ethica in Fribourg die erste Tagung rund um Projekte zum Thema « Integrale Ökologie in der Kirche ».

    Artikel von cath.ch (18.6.26)

    Grusswort von Mgr. Josef Stübi

    Einführung und Speed-Networking

    Vortrag:

    Präsentation des transformativen Wandels für die Biodiversität,
    Dr. Dorothea Hug Peter, Biologin, Swiss Biodiversity Forum, Schweizerische Akademie der Naturwissenschaften.

    Vorstellung kirchlicher Aktivitäten zum Thema Ökologie: 1. Teil

    Présentation des axes principaux du Conseil épiscopal sur l’Ecologie du Diocèse LGF et des projets actuels. https://diocese-lgf.ch/conseil-episcopal-ecologie/Roberto de Col, représentant de l’évêque du diocèse Lausanne-Genève-Fribourg pour l’écologie
    «Nachhaltig Kirche leben» – Das Zürcher Modell: Von der strategischen Grundlage zur konkreten Umsetzung. https://www.zhkath.ch/engagement/oekologie-und-nachhaltigkeitMarkus Staudinger, Nachhaltigkeitsbeauftragter der katholischen Kirche im Kanton Zürich
    Constitution d’un Conseil cantonal de l’écologie intégrale afin de recueillir les réalités du terrain, dans un esprit synodal. https://www.cath-vd.ch/justice-ecologique-sociale/Lucia Castro Navia, Chargée de projets justice écologique et sociale de l’Eglise catholique du canton de Vaud.

    Vortrag :
    Die spirituelle Dimension des ökologischen Engagements und die Veränderung der Sichtweise auf die Natur
    .
    Michel Maxime Egger, Theologe, https://www.trilogies.org/

    Vorstellung kirchlicher Aktivitäten zum Thema Ökologie: 2. Teil

    OEKU Projekte, Kirchen für die Umwelt https://oeku.chOlivier Ottet, OEKU
    Vorstellung von „Ecoéglise“, ökumenischen Netzwerk der Westschweiz für die Bewahrung der Schöpfung https://ecoeglise.ch/Lara-Florine Schmid, Coordinatrice d’EcoEglise
    Jardin Laudato si’ du Centre pastoral du diocèse de Lugano https://ufct.ch/giardino-laudato-si/Corinne Zaugg, Unione femminile cattolica ticinese
    Fastenaktion
    https://actiondecareme.ch/actualites/

    Helena Jeppesen-Spuhler, Fastenaktion
    Die Schöpfungszeit im Kanton Freiburg https://www.cath-fr.ch/sengager-dans-la-societe/eglise-et-ecologie/ecologie-chez-nous/temps-pour-la-creation/  Adrian Craciun, Responsable projets écologie intégrale à la Région diocésaine Fribourg francophone

    Gemeinsame Arbeit am Ausbau des Netzwerks: Ausblick und gemeinsame Aktivitäten

  • Initiative « Pas de Suisse à 10 millions », prise de position d’Isabel Vasquez, directrice de Migratio, service de la Conférence des évêques Suisses

    Volksinitiative « Keine 10 Millionen-Schweiz ! » Stellungnahme von Isabel Vasquez Direktorin migratio Schweiz, eine Dienstelle der Schweizer Bischofskonferenz

    auf Deutsch + français :

    in italiano :