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  • Teilnahme von Vox Ethica an der Jugendsession 2025

    Teilnahme von Vox Ethica an der Jugendsession 2025


    Vox Ethica wurde von der Jugendsession 2025, die Anfang November in Bern stattfand, eingeladen, um ihr Fachwissen zum Thema assistierter Suizid zu teilen. Zusammen mit Vertretern der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW), von palliative.ch und Dignitas beantwortete Vox Ethica die Fragen der TeilnehmerInnen. Das Interesse der 14- bis 21-jährigen Teilnehmenden zeigt, dass der assistierte Suizid auch für die jüngere Generation ein wichtiges Thema ist.

    In seinem Beitrag sprach Florian Lüthi von Vox Ethica, insbesondere die gesellschaftlichen Zusammenhänge in Bezug auf die Praxis des assistierten Suizids in der Schweiz an. Die Hervorhebung ausschliesslich individualistischer Argumente führt dazu, dass die kollektiven Herausforderungen dieses Phänomens und unsere Verantwortung gegenüber schwachen und sterbenden Menschen in den Hintergrund geraten. Denn wir sind nicht nur Individuen, sondern Menschen, für die soziale Bindungen von grundlegender Bedeutung sind. Aus diesem Grund sind Massnahmen zum Aufbau oder zur Intensivierung sozialer Bindungen von entscheidender Bedeutung. Diese Aspekte sind umso wichtiger, als soziale Phänomene (z. B. Individualisierung, Einsamkeit im Alter, steigende Gesundheitskosten usw.) unsere Lebensbejahung beeinflussen. Aus diesen Gründen ist es wichtig, sich für die gesellschaftliche Integration und Inklusion aller Menschen einzusetzen, speziell der Bedürftigsten und Ärmsten.

    Im Anschluss an die Konsultation hat die mit diesem Thema befasste Jugendgruppe einen Vorschlag ausgearbeitet. Dieser fordert eine Informations- und Sensibilisierungskampagne zu den rechtlichen Grundlagen, den ethischen Fragen und den emotionalen Auswirkungen des assistierten Suizids. Dieser Vorschlag wurde von der eidgenössischen Jugendsession am 9. November 2025 im Bundeshaus mit 138 zu 12 Stimmen angenommen. Das Parlament muss nun in den kommenden Monaten über die Petition beraten. Vox Ethica begrüsst das Engagement und das Interesse der Jugendlichen an diesem Thema.

    FL

  • Stellungnahme von Vox Ethica zur Einreichung des Referendums “Zivildienst Retten”

    Stellungnahme von Vox Ethica zur Einreichung des Referendums “Zivildienst Retten”

    Am 15.01.2026 wurde der Bundesverwaltung das Referendum «Zivildienst retten» übergeben. Die Verschärfung des Zivildienstgesetzes würde eine Verschärfung der Zulassungsbedingungen für den Zivildienst zur Folge haben. Nun werden sich die Schweizer Stimmberechtigten zu den geplanten Änderungen an der Urne äussern können. Vox Ethica verspricht sich durch die Abhaltung einer Volksabstimmung eine breite gesellschaftliche Debatte über den Stellenwert des Zivildienstes in der Schweiz.

    Der Zivildienst eröffnet eine Alternative zum Militärdienst für Menschen, die diesbezüglich einen Gewissenskonflikt haben. Aus christlicher Sicht haben Gewissensentscheide einen hervorgehobenen Stellenwert. So definiert das Zweite Vatikanische Konzil das Gewissen als „das innerste und geheimste Zentrum des Menschen, das Heiligtum, in dem er allein mit Gott ist und wo dessen Stimme zu hören ist“ (Gaudium et Spes, Nr. 16). In der Geschichte des Christentums gibt es immer wieder Menschen, die ihrem Gewissen gefolgt sind und daraus entsprechende Konsequenzen gezogen haben. „Ich stehe hier und kann nicht anders“, sprach Martin Luther vor dem Reichstag in Worms. Auch bei der Entwicklung der Täuferbewegung spielte das Gewissen eine zentrale Rolle. Daraus resultierte eine frühe Form der Militärdienstverweigerung.

    Die bevorstehende Volksabstimmung über den Zivildienst lädt dazu ein, mit Geduld und Konsequenz zu bekräftigen, dass die Achtung des Gewissens, die Förderung eines positiven Friedens und das Streben nach dem Gemeinwohl zentrale Anforderungen der christlichen Ethik sind. Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung bleibt festzuhalten, dass der Zivildienst weder ein Privileg noch ein Ausweg ist, sondern ein legitimer und wertvoller Ausdruck dieser ethischen Anforderungen. Seine Verteidigung steht in einer christlichen Tradition, die die Komplexität politischer Ordnungen, die Zerbrechlichkeit menschlicher Entscheidungen und zugleich die universelle Berufung anerkennt, Friedensstifter zu sein. In diesem Sinne erweist sich der Zivildienst nicht als Schwächung, sondern als ethische Ressource einer demokratischen Gesellschaft, die ihre moralischen Grundlagen ernst nimmt.

    FL