Étiquette : Frieden

  • Zwei-Staaten-Lösung: Der Heilige Stuhl und sein langjähriges Friedensengagement

    Zwei-Staaten-Lösung: Der Heilige Stuhl und sein langjähriges Friedensengagement

    Am Sonntag, 16. August 2026, hat Papst Leo XIV. beim Angelusgebet in Castel Gandolfo die internationale Gemeinschaft eindringlich aufgefordert, sich für eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahostkonflikt einzusetzen, um einen gerechten und dauerhaften Frieden zu ermöglichen. Zuvor hatte er die Übergriffe und die Gewalt gegen Palästinenser durch israelische Siedler im Westjordanland verurteilt und eine Beschleunigung der Umsetzung dieses seit 1947 verfolgten Projekts gefordert.

    Der Appell steht in einer fast achtzig Jahre alten diplomatischen Tradition des Heiligen Stuhls. Was 1947 als Forderung nach einer Internationalisierung der heiligen Stätten Jerusalems begann, entwickelte sich seit den 1980er-Jahren zum Grundpfeiler der vatikanischen Nahostpolitik: Bereits Pius XII. mahnte 1948 eine geordnete Lösung für das Heilige Land an, Paul VI. sprach 1967 erstmals von den legitimen Rechten des palästinensischen Volkes, und Johannes Paul II. verband 1984 in « Redemptionis anno » das Sicherheitsbedürfnis Israels mit dem palästinensischen Recht auf eine eigene Heimat. Benedikt XVI. bekräftigte 2009 in Bethlehem dieselbe Linie, und unter Franziskus wurde sie 2015 mit der völkerrechtlichen Anerkennung Palästinas als Staat diplomatisch untermauert.

    Leo XIV. knüpft an dieses Erbe an: Bereits im Januar 2026 hatte er vor dem Diplomatischen Korps die Zwei-Staaten-Lösung als einzige tragfähige institutionelle Perspektive bezeichnet, die den Anliegen beider Völker gerecht werde. Aus Sicht des Heiligen Stuhls bleibt sie damit trotz politischer Blockaden und anhaltender humanitärer Tragödie der einzige Weg zu einem gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina.

    Eine ausführliche historische Einordnung findet sich bei Vatican News: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-08/zwei-volker-zwei-staaten-position-der-papste-heiliges-land.html

  • Eine erneute Ausweitung der Kriegsmaterialausfuhr ist aus christlich ethischer Sicht unhaltbar!

    Eine erneute Ausweitung der Kriegsmaterialausfuhr ist aus christlich ethischer Sicht unhaltbar!

    Thomas Wallimann-Sasaki, Dr. theol. Präsident Justitia et Pax Schweiz

    Justitia et Pax ist die sozialethische Kommission der Schweizer Bischofskonferenz und engagiert sich für Gerechtigkeit und Frieden hier und in der Welt. Auch wenn Krieg und Waffengeschäfte zu dieser Welt gehören, so kann es sich gerade dieSchweiz leisten darauf hinzuweisen, dass ein gutes und gelungenes Leben für Menschen anders aussieht als ein „Mehr an Kriegsmaterial“. Wir wissen, dass weder totalitäre Staatsverhältnisse noch religiös gefärbter Fanatismus oder Krieg ein gutes Leben für wirklich alle schaffen können. Lieferungen von Kriegsmaterial in Länder mit internen Konflikten verschärfen diesegesellschaftlichen Konflikte.

    Das Christentum und insbesondere die Katholische Kirche haben gegenüber Waffen wie auch Krieg eine bewegte Geschichte. Heute sind wir überzeugter denn je, dass im Zentrum jeder Politik die ganzheitliche Entwicklung des Menschen stehen muss. Dies gilt auch für die Politik der Ausfuhr von Kriegs- und Sicherheitstechnik-Material. Darum ist der letzte Orientierungspunkt für eine ethische Beurteilung des Exports von Kriegsmaterial nicht der wirtschaftliche Nutzen und damit auch nicht die Sicherung von Arbeitsplätzen. Vielmehr ist das Wohlergehen wirklich aller Menschen das zentrale ethische Kriterium. Von einer Ausweitung der Kriegsmaterialausfuhr profitieren nur wenige, viele aber leiden übermässig und mehr. Dies widerspricht unserem christlichen Verständnis von Gemeinwohl. Frieden und glückliche Entwicklungen haben mit Gerechtigkeit zu tun. Diese spielt eine wichtige

    Rolle bei der Verteilung von Ressourcen innerhalb und zwischen den Ländern. Wenn arme Länder und solche mit inneren Konflikten Geld für die militärische Rüstung brauchen, kommen in der Regel Bildung und die Versorgung mit Nahrungsmittel zu kurz. Darunter leiden die Armen in besonderem Masse. Eine Ausweitung von Kriegsmaterialausfuhr fördert diese Benachteiligungen und widerspricht der Nächstenliebe. Das Recht des Stärkeren ist keine Grundlage weder für Friede noch für Gerechtigkeit.

    Ein Wort zum Argument, dass der Schweizer Anteil am weltweiten Markt klein ist und sonst einfach„andere“ das Material liefern. Dieses Argument ist ethisch nicht stichhaltig. Denn unethisches Handeln wird nicht einfach „richtiger » oder gerechtfertigt, wenn darauf verwiesen wird, dass „andere“ das gleiche ähnlich oder noch verstärkt tun. Schon 1481 – beim Stanser Vorkommnis – haben die Eidgenossen gemerkt, dass man gemeinsam ein besseres Leben hat, wenn man sich keine Köpfe einschlägt, sondern aufeinander hört und miteinander spricht!

    Thomas Wallimann-Sasaki,

    Dr. theol. Präsident Justitia et Pax Schweiz

    Rohrmatte 6

    CH-6372 Ennetmoos

    Dienstag, 6. Januar 2026

    sozialethik@bluewin.ch

    Hier das Referendum unterschreiben: